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Psychische Gesundheit durch Selbstfürsorge

 

DEAR THERAPIST ist der Podcast zur Stärkung deiner psychischen Gesundheit. Doch was heißt es eigentlich "psychisch gesund" zu sein? In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, wie psychische und seelische Gesundheit eigentlich definiert wird und was du dafür tun kannst, um seelisch gesund zu bleiben.

 

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Psychische Gesundheit als "Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen."

 

Hör` dir in der Podcastfolge meine Gedanken und Assoziationen zu dieser Definition an!

 

 

jetzt podcastfolge anhören:

 

Denke einmal kurz über diese drei Fragen nach:

 

Wer ist der einzige Mensch in deinem Leben, der immer, in jedem Augenblick, für dich da sein kann, egal was geschehen mag?

Wer ist der einzige Mensch, der besser als irgendjemand sonst auf der Welt deine Sorgen begreifen, würdigen und nachfühlen kann?

Wer ist der einzige Mensch, der wirklich wissen kann, wie es dir gerade geht und was du gerade brauchst?

 

Ganz genau, das bist du selbst. Das heißt, du bist in einer einzigartigen Position. Egal, wie hart es für dich im Leben wird, du kannst immer für dich da sein. Selbst wenn sonst niemand verfügbar ist, du bist es. Und du kannst immer etwas tun, um dir selbst zu helfen, selbst wenn dein Kopf gerade das Gegenteil behaupten sollte.

 

Eine gute Beziehung zu uns selbst aufzubauen, uns gut um uns selbst zu kümmern und Selbstfürsorge zu praktizieren ist eine wesentliche Voraussetzung für psychische Gesundheit und auch für innere Erfüllung.

 

selbstfürsorge durch selbstmitgefühl

 

Um Selbstfürsorge praktizieren zu können, müssen wir zu Selbstmitgefühl in der Lage sein. Denn nur, wenn wir mit uns selbst mitfühlen können, also Kontakt zu unseren Emotionen haben und dazu, was unserer Seele gerade gut tun würde, nur dann können wir auch gut für uns sorgen.

 

Was genau ist SELBST-MITGEFÜHL?

 

Selbstmitgefühl ist der freundliche, achtsame, verständnisvolle und auch mutige Umgang mit uns selbst und unserem ganzen Sein. Und dieses ganze Sein beinhaltet unsere Sorgen, Nöte, Schwächen und Imperfektionen genauso wie das, was wir an uns mögen und womit wir gut klar kommen. 

 

Selbstmitgefühl ist NICHT dasselbe wie Selbstmitleid. Beim Selbtsmitleid sind wir gefühlt abgeschnitten von den anderen Menschen auf der Welt. Wir versinken im Eindruck, dass uns keiner versteht und dass keiner unser Leid nachfühlen kann. Beim Selbstmitgefühl hingegen wissen wir, dass Leid zum Leben gehört. Wir wissen, dass alle Menschen Schmerz kennen und wir gehen in Kontakt mit unserem Schmerz und der Tatsache, dass Sorgen, Leid und Ängste zutiefst menschliche Erfahrungen sind, die uns mit allen anderen Menschen verbinden, anstatt uns von ihnen zu trennen.

 

Meine MBSR&MBCL*-Trainerin Dr. Karin Nadig fasst die Selbstmitgefühls-Praxis wie folgt zusammen:

"Mitgefühl zu haben beginnt damit, anzuerkennen, dass es nicht immer leicht ist, ein Mensch zu sein.

In der Selbst-Mitgefühls-Praxis geht es immer wieder um die Frage: WIE WÄRE ES, WENN ICH MEIN LEBEN, DIESEN AUGENBLICK, GENAU SO AKZEPTIEREN KÖNNTE, WIE ER IST?" 


*MBSR: Mindfulness Based Stress Reduction; MBCL: Mindfulness Based Compassionate Living: www.karin-nadig.com

 

 

WIE DU selbstfürsorge ÜBEN KANNST

 

Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl kann auf verschiedene Art geübt werden. Ich selbst nutze folgende drei Schritte für meine eigene Selbstfürsorgepraxis und bei der Arbeit mit meinen KlientInnen:

 

Schritt #1: GROUNDING / MICH ERDEN

Schritt #2: BOUNDING / AUF MEINE GRENZEN ACHTEN

Schritt #3: BONDING / IN KONTAKT MIT MIR UND ANDEREN GEHEN

 

NACHFOLGENDE GEBE ICH DIR TIPPS ZUR STÄRKUNG VON GROUNDING/ BOUNDIN/ BONDING UND IN DER PODCASTFOLGE KANN DU DIR NOCH WEITERE UND ANDERE TIPPS ANHÖREN!

 

übungen zu Schritt #1: grounding

 

🌿 BERGMEDITATION: 

Praktiziere regelmäßig erdende Meditationen wie z.B. eine Bergmeditation. Diese kannst du dir kostenfrei HIER herunterladen.

 

🌿 KRAFT-SYMBOLE:

Umgib dich mit Symbolen, Bildern, Farben und Materialien, die dich stärken und welche für dich Kraft symbolisieren. Nimm so oft wie möglich Kontakt mit diesen Symbolen - am besten über alle Sinne! - auf, um deine erdende Energie zu stärken.

 

🌿 WURZELGEMÜSE:

Iss in Zeiten, in denen du dich wacklig fühlst vermehrt Wurzelgemüse, auch gern in Form von Säften, und tue so etwas für deine Erdung über deine Ernährung.

 

übungen zu Schritt #2: bounding

 

🌿 BODY-SCAN:

Verbessere den Kontakt zu deinem Körper und übe das schrittweise Wahrnehmen einzelner Körperregionen und deiner Körpergrenzen durch den Bodyscan. HIER findest du eine Anleitung dazu.

 

🌿 ATEMÜBUNG MIT HÄNDEN AUF DEM BAUCH:

Leg dich bequem hin. Deine Hände liegen so auf deinem Bauch, dass sich die Fingerspitzen beim Ausatmen berühren. Konzentriere dich auf deinen Atem und mache dir den natürlichen Rhythmus von Auf- und Zu-Machen bewusst. Deine Hände berühren sich und du bildest mit ihnen eine Grenze um deinen Körper und beim Einatmen öffnen sich deine Hände wieder ein wenig und du lockerst deine Grenze und öffnest dich.

 

🌿 ÜBE ACHTSAME KOMMUNIKATION:

BEIM ZUHÖREN: Probier` einmal, jemand anderem mit der Absicht zuzuhören, diese Person dabei zu unterstützen, dass es ihr besser geht. Sei auf diese Weise da für den anderen, ohne besonders hilfreich sein zu wollen. Lass` dein Gegenüber aussprechen und Gedanken zu Ende denken.

Sorge gleichzeitig dafür, dass es auch dir im Gespräch gut geht, indem du immer wieder Kontakt mit deinem Atem deinen Körperempfindungen aufnimmst.

BEIM SPRECHEN: Prüfe deine Worte kurz, bevor du sie aussprichst, indem du dir bewusst machst, dass deine Worte eine Wirkung haben. Welche Wirkung möchtest du erziehlen? Prüfe auch, ob du mit deinen Worten verletzen willst und wenn ja, warum und ob es nicht vielleicht einen anderen Weg gibt, dein Bedürfnis auszudrücken, ohne damit zu verletzen.

Du kannst dich beim achtsamen Sprechen auch immer fragen: Ist es wahr, nötig und hilfreich, was ich sagen möchte?

 

übungen zu Schritt #3: bonding

 

🌿 ATME UND VERBINDE DICH MIT DIR SELBST:

Atme, als hinge dein Leben davon ab;) Der schnellste und einfachste Weg, um mit uns selbst Kontakt auf zu nehmen und ins Hier und Jetzt zu kommen, ist, uns mit unserem Atem zu verbinden. HIER findest du eine Atemmeditation zum Üben.

 

🌿 NIMM` KONTAKT MIT DEINEN BEDÜRFNISSEN AUF:

Stell dir dafür die Frage: Was würde mir jetzt gerade so richtig gut tun? Versuche die Qualität in deiner Antwort herauszufinden, das heißt, wenn deine Antwort zum Beispiel lautet: "Ein Urlaub am Meer.", dann frage dich weiter: Welche Qualität steckt in "Ein Urlaub am Meer."? Ist es frische Luft? Ist es der Blick aufs Wasser? Ist es der Wunsch nach einem menschenleeren Ort in der Natur? Ist es der Wunsch nach körperlicher Betätigung? Und dann setze diese Qualität noch heute (im Kleinen) um, zum Beipiel, indem du einen Spaziergang an der frischen Luft machst oder dein Handy früher als sonst in den Flugmodus schaltest und dein Postfach für heute schließt. Oder oder oder.. Oft sind es die kleinen Gesten der Selbstfürsorge, die uns im Alltag richtig gut tun!

 

🌿 NIMM´ KONTAKT MIT ANDEREN AUF:

Stell dir dafür die Frage: Wer wüde mir jetzt gerade so richtig gut tun? Mit wem möchte ich mich jetzt austauschen und verbinden? Mit wem kann ich ganz so sein, wie ich gerade bin?

Ich hoffe, du findest in meinen Vorschlägen ein paar Inspirationen, die du gern ausprobieren möchtest! Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei und lass` mich wissen, welche Tipps du gern noch ergänzen möchtest! Ich freue mich sehr darüber!

 

Alles Liebe!

 

Jasmin

 

WEITERE TIPPS IN DER podcastFolge anHÖREN!




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Dipl.-Psych. Jasmin Schott Carvalheiro

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